Der coolste Tag meiner Ausbildung

Hauswirtschafter müssen nicht nur gut planen und organisieren können, sondernauch flexibel sein. Das hat sich auch bei der Konfirmationsfeier gezeigt, die Sophie im Zuge ihrer Ausbildung organisiert hat. 

Autor/in: Sophie

Blogartikel_Sophie - © Sophie Raupers-Greune

Sich in einer dreijährigen Ausbildung auf einen einzigen Tag festzulegen, der als der „coolste Tag der Ausbildung“ gilt, war für mich anfänglich sehr schwierig. Schließlich steht man auf einem Ausbildungsbetrieb wie meinem (landwirtschaftlicher Betrieb mit Direktvermarktung und Hofcafébetrieb) tagtäglich vor neuen und spannenden Herausforderungen. Unterschiedlichste Personengruppen, verschiedene Arbeitsbereiche wie Hofladen, Hofküche und Café, neue Produkte und Arbeitstechniken lassen keinen Tag wie den anderen sein und gestalten den Arbeitsalltag bunt und vielfältig.

Konfirmationsfeier organisieren

Dennoch konnte ich mich nach reichlicher Überlegung auf einen besonderen Tag während meiner Ausbildung festlegen, von dem ich in diesem Bericht erzählen möchte.
Der Tag um den es geht, war der 31. Oktober 2020, die Konfirmation des Sohnes meiner Ausbilderin. Ein Tag der coronabedingt ganz anders gekommen ist, als er kommen sollte und dennoch ein schönes Erlebnis war, auf das ich gerne zurückschaue. Geplant war die Konfirmation für das letzte Oktoberwochenende (30.10 & 31.10.20). Familie und Verwandte sollten am Samstag nach der Kirche zum Mittagessen und anschließendem Kaffee trinken kommen. Der Sonntag war dann der Tag für Freunde der Familie, ebenfalls mit Mittag und Kaffee. Nach diesem Plan wären an beiden Tage etwa 50 Personen anwesend gewesen, was aufgrund der Tatsache, das die Feierlichkeit im Café des Hofes (öffentlicher Raum) stattfinden hätte sollen, trotz damaliger Corona-Beschränkungen möglich gewesen wäre.

Herausforderung: Pandemie

So begannen wir also mit der Planung einer Feier in dieser Größe, was für uns Azubis eine neue und große Herausforderung war. Location und Datum stand, nun musste ein Fristenplan entstehen.

Der Fristenplan beinhaltete alle Aufgaben, die bis zur Konfirmation erledigt werden mussten, inklusive einem festen Termin, bis wann jede Aufgabe erledigt sein musste: So galt es die Tischdekoration (Servietten und Blumendeko) zu planen und anzufertigen, die Essenszubereitung aufzuteilen (nachdem die Speisepläne für die jeweiligen Tage erstellt waren) und das Café grundzureinigen, ebenso wie sämtliches Geschirr und Besteck. Zudem sollte am Tag der Konfirmation selbst natürlich ein professioneller Service für die Gäste gewährleistet sein, sprich richtiges Servieren am Tisch musste geübt werden.

Typisch Hauswirtschaft

Die Konfirmationsfeier umfasste eine Vielfalt an Tätigkeitsfeldern, die unseren Beruf der Hauswirtschafter*in ausmacht: Speisen und Getränke herstellen und servieren, Personen zu unterschiedlichen Anlässen versorgen, Funktionsbereiche gestalten, hauswirtschaftliche Arbeitsprozesse koordinieren und Pläne schreiben.

Um nun von der Ursprungsplanung zur tatsächlichen Umsetzung zu kommen, verlief der Tag der Konfirmation natürlich ganz anders. Die Corona-Lage verschlechterte sich gegen Ende Oktober 2020 erheblich und meine Ausbilderin war gezwungen, die Gäste wieder auszuladen und eine Feier im engsten Kreise (am Ende waren wir 14 Personen inklusive Azubis/Service) zu feiern. Dazu mussten wir komplett Umplanen: Die ganze Feierlichkeit sollte nun in der „guten Stube“ stattfinden. Das Essen wurde ganzheitlich selbst gekocht und die Blumendekoration auf ein Minimum reduziert. Dennoch war es unser größter Anspruch, diese Feier wirklich schön und besonders zu gestalten, damit sie trotz aller Einschränkungen, insbesondere für den Konfirmanden, eine schöne Erinnerung bleibt. So feierten wir am 31. Oktober 2020 eine sehr kleine, familiäre und dennoch ganz besondere Konfirmation, die im Endeffekt genauso viel Planung erforderte, wie eine Feier im großen Ausmaß.

Für mich war genau dieser Tag eine besondere Herausforderung, weil ich zum einen eine Vielfalt von Dingen bedenken und umsetzen musste und man am Gesamtergebnis ableiten konnte, wie gelungen das Projekt war. Zum anderen aber auch, weil der Tag zeigte, wie flexibel die Hauswirtschaft reagieren kann und muss. Auch in anderen (Alltags)-Situationen einer Hauswirtschafter*in ändern sich Gegebenheiten und somit ist man als Fachkraft immer gefordert, Pläne nicht starr zu betrachten, sondern jeweils anpassungsfähig zu bleiben.