Was ist Hauswirtschaft?

Was ist Hauswirtschaft?

 

 

Ist Hauswirtschaft

etwas für mich?

Du fragst dich, ob die Ausbildung als Hauswirtschafter*in zu dir passt? Überlege dir ganz in Ruhe, wie es wäre, in den Aufgabenfeldern der Hauswirtschaft zu arbeiten.

Um dir deine Wahl zu vereinfachen, haben wir dir ein paar Eigenschaften zusammengestellt, die du als zukünftige*r Hauswirtschafter*in mitbringst:
Du...

  • möchtest mit deiner Arbeit Menschen eine Freude bereiten
  • hast keine Lust auf lange Bürotage und suchst Abwechslung
  • bist praktisch veranlagt und packst gerne mit an
  • bist kreativ und bringst gerne eigene Ideen ein
  • interessierst dich für Nachhaltigkeit, Soziales, Ernährung und auch für betriebswirtschaftliche Zusammenhänge
  • arbeitest gerne im Team
  • wünschst dir einen sicheren Job mit Zukunft
  • hast mindestens einen Hauptschulabschluss

In diesen Betrieben

kannst du deine

Ausbildung als

Hauswirtschafter*in

absolvieren und 

arbeiten

  • Wohn- und Versorgungseinrichtungen für Kinder, Jugendliche, Senioren oder andere Personengruppen
  • Tagungs-, Freizeit- oder Bildungseinrichtungen
  • Hotel- und Gastronomie
  • Krankenhäuser, Kliniken
  • hauswirtschaftliche Dienstleistungsunternehmen
  • Geschäfts- und Familienhaushalte
  • Haushalte landwirtschaftlicher Unternehmen

Du möchtest mehr über Ausbildungsbetriebe erfahren? 

 


 

 

Was lerne ich in der

Ausbildung als

Hauswirtschafter*in?

Hauswirtschafterinnen und Hauswirtschafter sind flexibel, empathisch und kreativ. Egal ob in einer Senioreneinrichtung, einem Krankenhaus oder in der Jugendherberge – in ihrem Arbeitsalltag gestalten sie einen Raum zum Wohlfühlen. Von der sauberen Tischwäsche über die Blumendeko bis zum Einkauf mit Senior*innen haben Hauswirtschafter*innen viele Aufgaben.

 

Als Hauswirtschafter*in beschäftigst du dich mit verschiedenen Arbeitsbereichen. Darum wird es im Arbeitsalltag selten langweilig. Rechts siehst du zentrale Inhalte, die in der Ausbildung Thema sind: 

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Wie strukturiere ich den Arbeitsalltag im Betrieb, wie verteile ich Aufgaben effizient und wie arbeite ich erfolgreich mit anderen zusammen?


Wie gehe ich mit Lebensmittel um? Was muss ich beim Einkaufen, Einlagern und Verarbeiten von Lebensmitteln bedenken? 


Wie kann ich mit Blick auf die Umwelt und meine Gesundheit beziehungsweise die der Menschen im Betrieb sicher wirtschaften? Halten alle Mitarbeiter*innen Arbeitsschutzmaßnahmen ein? Wie kann ich Arbeitsläufe im Betrieb optimieren um mehr Wasser zu sparen?


Wie bereite ich eine Créme Brulee zu? Was gehört in eine Mehlschwitze und worin liegt der Unterschied beim Kochen, Dünsten und Dämpfen? Was gehört zu einer vollwertigen, gesundheitsfördernden Ernährung?


Was kostet die Zubereitung des Weihnachtsmenüs in einem Seniorenheim? Ist es für den Betrieb wirtschaftlicher, die Wäsche selbst zu bügeln oder sollte das ein Dienstleister übernehmen?


Sind die Zimmer so gereinigt, dass die Gäste sich darin wohlfühlen und Hygienebedingungen erfüllt sind? Wurden die Lebensmittel bis zur Anlieferung im Betrieb durchgehend gekühlt?


Wie gestalte ich einen dekorativen Türkranz aus Naturmaterialien? Wie reinige ich Parkettboden?


Wie lassen sich Tischdecken energie- und kostensparend reinigen? Worauf achte ich beim Vergleich von Angeboten unterschiedlicher Wäscherein? Wie wasche ich die Küchenhandtücher hygienisch rein?


Fühlen sich die Hotelgäste wohl? Wie lässt sich ihr Aufenthalt so angenehm wie möglich gestalten? Wie gehe ich mit Reklamationen um?


Was gehört auf die Homepage unserer Institution? Wie lassen sich über die sozialen Medien noch mehr Gäste ins Hof-Café locken? Welche Funktionen benötigt der neue Trockner für den Betrieb und welches Modell hat das beste Preis-Leistungsverhältnis?


Wie lassen sich Kinder in ihrer Entwicklung unterstützen? Wie bereite ich einen Backworkshop mit Jugendlichen vor? Was braucht die Bewohnerin eines Pflegeheims, um ihren Alltag möglichst selbstständig bewältigen zu können? 


Welche Besonderheiten gibt es bei der Versorgung, zum Beispiel von Senior*innen oder Kindern? Wie lässt sich deren Ernährung vollwertig gestalten? Worauf muss ich bei der Mahlzeitenplanung achten? Welche Bedürfnisse haben die unterschiedlichen Personengruppen? 


Was gehört zu einem Hygienekonzept für den Empfangsbereich eines Seniorenheimes? Was muss ich in Bezug auf die Verarbeitung von Lebensmitteln beachten? Welche Temperaturen muss ein Gericht bei der Essensausgabe haben? 


 

 


 

Schwerpunkte in der Ausbildung wählen

Neben den grundlegenden Inhalten wählst du in deiner Ausbildung einen von drei Schwerpunkten. In etwa vier Monaten deiner dreijährigen Ausbildung beschäftigst du dich mit deinem Schwerpunkt. In dieser Zeit kannst du zum Beispiel ein bestimmtes Projekt bearbeiten. Mit dem Schwerpunkt kannst du deine Interessen fokussieren und die Ausbildung auf dich ausrichten. Hier stellen wir dir die drei Schwerpunkte anhand eines Beispielprojektes vor. 

 

 

 

Personenbetreuende

Dienstleistungen

Vor allem in Betrieben wie Senioreneinrichtungen, Kindertagesstätten oder Wohngruppen kannst du diesen Schwerpunkt wählen. Du überlegst dir Angebote für bestimmte Personengruppen, um sie in ihrem Alltag zu fördern und zu aktivieren. Zum Beispiel in Form eines Kochnachmittags für Demenzpatienten oder eines Spieleabends. Du schaust dir die Bedürfnisse der Personengruppe an, planst und kalkulierst die Arbeitszeit für dein Angebot und die Kosten, und führst das Angebot durch. Am Ende schaust du, ob es den Erwartungen entsprochen hat.

Mensch im Mittelpunkt - © New Africa - stock.adobe.com
Budgetplanung - ©  H_Ko - stock.adobe.com

 

 

 

Serviceorientierte

Dienstleistungen

Diesen Schwerpunkt kannst du in Catering-, Hotel- oder Gastronomiebetrieben, aber auch in Tagungshäusern oder Jugendherbergen wählen. Du entwickelst Ideen beispielsweise für eine Weihnachtsfeier unter dem Motto „White Christmas“ oder ein Angebot für Junggesellinnenabschiede in deinem Betrieb. Du kalkulierst Kosten und Arbeitszeit, erstellst ein Angebot, vermarktest dein Produkt, beziehungsweise führst deine Veranstaltung durch. Am Ende analysierst du die Kundenzufriedenheit oder die Marktfähigkeit deiner Idee.

 

 

 

Ländlich-agrarische

Dienstleistungen

Diesen Schwerpunkt findest du vor allem in Betrieben wie  Hofcafés, Ferien auf dem Bauernhof oder landwirtschaftlichen Betrieben. Du entwickelst Ideen für die Vermarktung, zum Beispiel eine neue Reihe an hausgemachten Kürbisprodukten im Hofladen deines Betriebes. Du kalkulierst Kosten und Arbeitszeit, vermarktest das Produkt und bewertest am Ende die Kundenzufriedenheit, Kosten und Nutzen. Auf dieser Basis entscheidest du, ob die Kürbisprodukte in den Verkauf im Hofladen aufgenommen werden.

Gemüsekorb - ©  Halfpoint- stock.adobe.com

 

 


 

 

FAQ

Und nun zu den Basics. Hier beantworten wir all deine allgemeinen Fragen rund um die Ausbildung.


Die Ausbildung als Hauswirtschafterin oder Hauswirtschafter dauert drei Jahre. Mit Abitur kannst du die Ausbildung sogar auf zwei Jahre verkürzen. Gerne kannst du dich dazu von den Ausbildungsberaterinnen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen beraten lassen.


Als Hauswirtschafter*in beginnst du in deinem ersten Ausbildungsjahr mit einem Gehalt zwischen 600 und 630 Euro. Im zweiten Ausbildungsjahr erhältst du 650 bis 660 Euro, im dritten zwischen 710 und 720 Euro. Je nach Betrieb und Branche kann es auch etwas mehr Gehalt geben.  


Während deiner Ausbildung als Hauswirtschafter*in hast du nach Rücksprache mit deinem Ausbildungsbetrieb die Möglichkeit, einen Teil der Ausbildung (zwischen drei und vier Wochen) im Ausland zu absolvieren. So kannst du Auslandserfahrungen und eine praktische Ausbildung vereinbaren. Hier berichtet die Hauswirtschafterin Lea von ihrem Auslandsaufenthalt.

Außerdem richtest du deine Ausbildung nach individuellen Neigungen aus: Du interessierst dich für Menschen und möchtest sie in ihrem Alltag unterstützen? Dann ist der Schwerpunkt „Personenbetreuende Dienstleistungen“ richtig für dich. Der ländlich-agrarische Schwerpunkt dagegen eignet sich für dich, wenn dich die Wertschöpfungskette von Lebensmitteln interessiert. Hier kannst du mehr über den Anbau von Lebensmitteln und deren direkte Verarbeitung und Vermarktung lernen. Falls du Freude am Umgang mit Gästen und deren Bewirtung hast, wähle in deiner Ausbildung den serviceorientierten Schwerpunkt. Mehr zu den Schwerpunkten findest du hier.


Nach deinem Abschluss als Hauswirtschafter*in kannst du die Versorgung und Betreuung für Gäste, Kunden und Bewohner in hauswirtschaftlichen Betrieben wie Krankenhäusern, Hotels oder Hofläden selbstständig organisieren. Du weißt, wie der Hase läuft, kannst dich aber auch noch weiterbilden: Du kannst …

  • dich zur Meisterin / zum Meister in der Hauswirtschaft fortbilden. Mehr Informationen findest du auf der Seite der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.
  • dich zur geprüften Fachkraft für Haushaltsführung und Familienbetreuung in Haushalten landwirtschaftlicher Betriebe (Dorfhelfer*in) ausbilden lassen. Mehr Informationen findest du auf der Seite des Evangelischen Dorfhelferinnenwerkes Niedersachsen.
  • eine Fachschule besuchen und dich zur hauswirtschaftlichen Betriebsleiterin  oder zum hauswirtschaftlichen Betriebsleiter ausbilden lassen. In Niedersachsen gibt es Hauswirtschaftliche Fachschulen mit unterschiedlichen Schwerpunkten in
    Oldenburg
    Celle
    Stade
  • ein Studium, zum Beispiel im Bereich Ökotrophologie absolvieren. In Niedersachsen geht das beispielsweise an der Hochschule Osnabrück.

Neben der zwei- bzw. dreijährigen Ausbildung zur Hauswirtschafterin bzw. zum Hauswirtschafter kannst du die Ausbildung auch in Teilzeit absolvieren oder quereinsteigen. Mehr dazu unter "Dein Einstieg"